"Aus die Maus", Soko Fledermaus ermittelt:

Kinder und Jugendliche lösen einen Kriminalfall im Fledermaus-Zentrum Noctalis, dieses Projektangebot wurde

Logo DBU

Gelegentlich bringen Menschen Fledermäuse ins Noctalis Fledermauszentrum – lebende Tiere, denen wir zu helfen versuchen, oder tote Fundtiere.

Wenn uns ein totes Tier gebracht wird, interessiert uns, woran es gestorben ist. Ist ein Dachboden mit einem Fledermausquartier bei einer Haussanierung verschlossen worden? Geraten Fledermäuse in die Luftwirbel rund um eine Windkraftanlage?

Kann man an den Orten, an denen tote Tiere gefunden wurden, etwas tun, um Fledermäuse besser zu schützen?

Genau diese Fragen stellen wir uns an den Projekttagen unter dem Motto „Aus die Maus“. Wie detailliert die Antworten ausfallen, hängt auch vom Alter der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ab. Das Projektangebot richtet sich an Klassen von der Grundschule bis zum Leistungskurs Biologie in der Oberstufe. Wir stimmen die Komplexität des „Kriminalfalls“ auf das Alter der Teilnehmerinnen ab. Gern berücksichtigen wir Fragen und Schwerpunkte, die sich aus Ihrem Unterricht ergeben.

Das Projekt „Aus die Maus“ nutzt die Freude von Kindern daran, sich zu verwandeln und Identitäten spielerisch auszuprobieren. Indem sie für einen Tag zu Experten eines Ermittlungsteams werden, erleben sie sich von Anfang an als aktiv und kompetent. Komplexe wissenschaftliche Fragestellungen werden zum spannenden Rätsel.
Das Projekt ist Teil des Umweltbildungsprogramms im Fledermaus-Zentrum Bad Segeberg. Es knüpft inhaltlich an die Leitlinien der Agenda 21 an. Deren Konzept der nachhaltigen Nutzung und Erhaltung biologischer Ressourcen und der Umweltverträglichkeit von ökonomischen Prozessen werden im Projekt unterstützt.

Aus die Maus 10

Projektvorstellung auf einer Bildungsmesse, Foto Anne Ipsen


Die Idee in fünf Sätzen:

Kinder schlüpfen für einen Tag in eine Rolle. Aus Anna-Sophie wird Hauptkommissarin Müller. Aus Jonas ein Experte von der Spurensicherung. Schlussfolgerungen aus naturwissenschaftlichen Fakten zu ziehen gehört zum Beruf. Wenn die Ursachen für den Tod der Fledermaus geklärt sind, ist der Fall noch nicht abgeschlossen, denn jetzt ist Prävention gefragt. Die Dokumentation des Projektes auf der Internetseite des Noctalis erzeugt einen Schneeballeffekt.

Es geht los: Wer bildet welches Team?

Aus die Maus 19 web

Foto Anne Ipsen

Zu Beginn eines Projekttages betrachten wir gemeinsam das Präparat einer toten Fledermaus.

tote Fledermaus

Eine tote Fledermaus wurde gefunden, Foto Christina Paape-Genz

Um welche Art es sich handelt und wo das Tier gefunden wurde, wird zunächst nicht verraten. Je nach Interesse bilden die Schülerinnen und Schüler kleine Teams.

Jede Gruppe bekommt außerdem zu Beginn der Arbeit einen Werkzeugkasten mit Lupe, Checklisten, Fragebögen und anderen Hilfsmitteln. Je jünger die Projektteilnehmer sind, desto stärker lassen sie sich meist von diesen Hilfen leiten. Oberstufenschülerinnen können auch eigene Fragen entwickeln und ihre Nachforschungen in Eigenregie gestalten.

Bei den Nachforschungen wird jede Gruppe von einem Mitglied des Noctalis-Teams unterstützt und ist eingeladen, andere Mitarbeiterinnen des Fledermaus-Zentrums zu befragen und die Ausstellung als Informationsquelle zu nutzen. Auf diese Weise lernen die Kinder und Jugendlichen die Arbeitsbereiche im Fledermaus-Zentrum von der Tierpflege über die Forschung bis zum technischen Support gut kennen und erkunden selbständig die Ausstellung.

 

Das BiologInnen-Team bei der Arbeit: Um welche Fledemaus-Art handelt es sich?

Aus die Maus 12

Die BIOLOGEN versuchen Art und Alter des Fundtieres zu bestimmen und möglichst viel über seine natürlichen Lebensbedingungen herauszufinden.

Aus die Maus 16

Expertenbox der BIOLOGINNEN mit Schwerpunkt Lebensumwelt, Foto Karin Hennig 

Fledermaus unter der Lupe: Welche Todesursachen sind denkbar?

Aus die Maus 11

Die LABORGRUPPE nimmt das Präparat genau unter die Lupe und vergleicht es mit Abbildungen und präparierten Skeletten aus unserem Fundus. Sie unterstützt die BIOLOGINNEN beim Bestimmen der Art und sucht, ähnlich wie ein Pathologe bei einem Kriminalfall, nach Hinweisen auf die Todesursache. Ist das tote Tier z.B. von Parasiten befallen? Oder ist es stark ausgetrocknet?

Aus die Maus 15

Expertenbox der BIOLOGINNEN mit Schwerpunkt Körperbau und Krankheiten, Foto Karin Hennig

Die ReporterInnen bei der Arbeit: Was gibt es zu berichten?

Aus die Maus 6

Die ReporterInnen begleiten die Arbeit der anderen Teams mit Fotoapparat, Schreibblock und Stift oder mit einem Aufnahmegerät. Unter Anleitung erfahrener Noctalis-Mitarbeiter entsteht eine Zeitungsreportage, eine Fotostrecke mit Bilduntertiteln oder ein Plakat für die Schule.

Aus die Maus 19

Expertenbox der REPORTERINNEN, Foto Karin Hennig

 

Was tun gegen die Wohnungsnot der Fledermäuse? Das Technik-Team baut einen Fledermauskasten

 Aus die Maus 7

Fledermauskastenbau im Team

 

Aus die Maus 22 web

Aus die Maus 18 web

...oder allein.

 

Die TECHNIKERINNEN bauen Fledermauskästen, beschäftigen sich mit Windkrafträdern, fledermausfreundlichen Gärten und Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Aus die Maus 18

Fledermauskasten, 1x fertig zusammengebaut, 1x als Bausatz mit Bauanleitung, Foto Anne Ipsen

 

Aus die Maus 17

Expertenbox der TECHNIKERINNEN, Foto Karin Hennig

Die KommissarInnen bei der Arbeit: Wie ist die Fledermaus gestorben? Wer hat Antworten?

Aus die Maus 13

Foto Anne Ipsen

Die KOMMISSARE bündeln die Informationen der anderen Gruppen, befragen Mitarbeiter des Noctalis und werten das Fundprotokoll aus, das erstellt wurde, als das tote Tier gebracht wurde, bewegen sich durch die Ausstellung, um eigene Positionen entwickeln zu können.

Aus die Maus 21

Expertenbox der Kommissare, Foto Karin Hennig

Die JournalistInnen bei der Arbeit: Was wird an Ausrüstung benötigt?

Falls Sie den naturwissenschaftlichen Unterricht mit einem medienpädagogischen Angebot verbinden möchten, kann ein weiteres Team gebildet werden:

Die JOURNALISTINNEN begleiten die Arbeit der anderen Teams mit Fotoapparat, Schreibblock und Stift oder mit einem Aufnahmegerät. Unter Anleitung erfahrener Noctalis-Mitarbeiter entsteht eine Radioreportage. Die JournalistInnen haben für ihre Interviews professionelles Equipment zur Verfügung

  1. Aufnahmegerät
  2. Mikrofon
  3. Kopfhörer


Checkliste für JournastInnen vor Beginn eines Interviews:
• Wo musst du den Kopfhörer einstöpseln? Wie kannst du den Ton im Kopfhörer lauter oder leiser machen?
• Wie tauschst du die Batterien aus? Hast du Ersatzbatterien dabei?
• Hast du eine SD-Karte (oder Mini-SD-Karte) als Ersatz dabei?
• Wie startest du an deinem Gerät die Aufnahme?
• Wie kannst du die Aufnahme lauter oder leiser machen?
• Woran siehst du, ob das Gerät wirklich aufnimmt?

Nach der Klärung dieser Fragen kann es mit den Interviews losgehen....oder? Aber das konkrete Fragen ist nicht immer einfach? Wie stelle ich "gute Fragen"? Wie motiviere ich mein Gegenüber, mir etwas zu erzählen, ohne selbst auf der Aunahme zu sein? Wie stoppe ich jemanden, der ohne Punkt und Komma spricht? Zu diesen Fragen machen die JournalistInnen kleine Übungen.

Und dann geht es endlich wirklich los mit den Interviews!

Die Schlusskonferenz: Welches Ergebnis haben die Kommissare mit Hilfe der ExpertInnen zusammengetragen?

Der Projekttag endet mit einer Konferenz, die von den KOMMISSAREN geleitet, manchmal von den JournalistInnen moderiert wird. Die einzelnen Untersuchungsteams stellen ihre Ergebnisse vor und die KOMMISSARINNEN erläutern ihre Schlussfolgerungen. Die JournalistInnen diskutieren mit den Fachexperten die möglichen Schlussfolgerungen. Wie bei einem echten Kriminalfall gibt es Raum für unterschiedliche Theorien. Die Kinder und Jugendlichen lernen, ihren Standpunkt zu vertreten und mit Fakten zu untermauern.

Aus die Maus 23 web

Foto Anne Ipsen

Was sagen die ExpertInnen im Interview zum Todesfall?

Die Interviews wurden in Audacity geschnitten und bearbeitet, dies fand außerhalb der Projektzeit und im Noctalis statt.

 

Das Projektteam stellt sich und das Projekt vor (Gymnasium Bondenwald)

 

Interviews mit Fledermaus-ExpertInnen (Gymnasium Bondenwald)

 

Die Schlusskonferenz, moderiert von den JournalistInnen (Gymnasium Bondenwald)

 

Die Ergebnisse im Projekt, Projektvorstellung und Interviews mit ExpertInnen (Gartenstadtschule NMS)

 

Der Expertin über die Schulter geschaut; der Anfang einer Höhlenführung (©Andrea Walter, Noctalis)

 

Der Expertin über die Schulter geschaut; während einer Höhlenführung (©Andrea Walter, Noctalis)

 

Die ReporterInnen tragen ihren Teil zur Projektdokumentation bei:

WP 20141217 16 44 06 Pro

Ein Plakat als Ergebnis der ReporterInnen, Foto Anne Ipsen

 

WP 20150421 12 25 54 Pro

Ein Plakat als Ergebnis der ReporterInnen, Foto Anne Ipsen

 

Aus die Maus 14

Ein Plakat als Ergebnis der ReporterInnen, Foto Anne Ipsen

 

"Belohnung" für erfolgreiche ErmittlerInnen: Flughund Foxi besucht die Schlusskonferenz

Am Ende eines aktiven Tages wissen die ErmittlerInnen eine Menge über Fledermäuse. Sie konnten selbst herausfinden, wie viele Faktoren das Leben der Tiere beeinflussen. Kinder und Jugendliche entwickeln im Lauf des Projekts Bewunderung und Sympathie für die intelligenten Flugakrobaten. Sie lernen, dass sie selbst etwas für den Schutz von Fledermäusen tun können, und sind motiviert, sich für die faszinierenden Jäger der Nacht einzusetzen.

 Aus die Maus1

Foxi am Ende des Projekttages im Schülerlabor auf dem Arm der Tierpflegerin (Foto Karin Hennig)

 

Aus die Maus 20 web

Foxi wird gefüttert (Foto Anne Ipsen)

 

Foxi Garten Juni2015

Foxi auf dem Arm der Tierpflegerin auf der Terrasse (Foto Anne Ipsen)

 

Aus die Maus Hoehle 1

Eine Höhlenführung ist ein Abenteuer, im Sommerhalbjahr gehört sie zum Projekttag, Foto Anne Ipsen

 

Noch ein paar Tips für Lehrerinnen und Lehrer

Liebe Lehrerin, lieber Lehrer!

Sie möchten mit Ihrer Klasse einen Ausflug ins Noctalis machen und dort ein Projekt über Fledermäuse durchführen?

Viele Informationen zur Planung des Projekttages finden Sie auf dieser Seite. Außerdem haben wir im Folgenden versucht, Antworten auf einige häufig gestellte Fragen zu geben.

Schreiben Sie uns, wenn Sie Informationen zu Kosten und Terminen wünschen: ipsen(at)noctalis.de

Wie alt sollten die Kinder sein?

Nach unserer Erfahrung können Kinder etwa ab der vierten Klasse dieses Projekt planen und durchführen und einen roten Faden geben. Nach oben hin sind dem Alter natürlich keine Grenzen gesetzt. Schülerinnen und Schülern in der zehnten Klasse oder der Oberstufe bietet sich eine willkommene Gelegenheit, Medienberufe bzw. den Beruf des Naturwissenschaftlerrs/der Naturwissenschaftlerin kennenzulernen.

Wie groß darf die Gruppe sein?

Dieses Projekt kann mit einer Gruppe von bis zu 25 Kindern durchgeführt werden. Pro Team sollten es 3 bis maximal 5 Kinder sein. Sollten es mehr Kinder sein, ließe sich die Gruppe auch in weitere Teams einteilen (z.B. ein weiteres Team, dass sich speziell um die Interviews kümmert, getrennt von den Reportern, die ja ggf. Fotos machen oder ein Plakat erstellen).

Wieviel Zeit müssen Sie einplanen?

Mit jüngeren Kindern sollten Sie ca. 4 Unterrichtsstunden und 3 Projektstunden im Noctalis einplanen: zwei Stunden für die Planung und inhaltliche Vorbereitung, zwei Stunden, für die Nachbereitung.

Mit älteren Schülerinnen und Schülern bieten sich 4-6 Stunden Arbeitszeit im Projekt und je 2 Stunden Vor- und Nachbereitung an.

 

 

 

end faq