Klimareporter werden! (klicken auf den jeweiligen Bereich)

Wie merken wir eigentlich, dass sich das Klima verändert, und was können wir dagegen tun? Diesen Fragen kommst du als Klimareporter oder Klimareporterin auf die Spur. Alles, was du dazu über den Umgang mit Aufnahmegerät und Mikrofon wissen musst, findest du hier. Die schönsten Reportagen veröffentlichen wir auf unserer Homepage, und für die Macherinnen und Macher der Reportage, die uns am besten gefällt, gibt es jedes Jahr einen Preis, z.B. eine Fledermauswanderung mit Nachtsichtgeräten. Einsendeschluss für die Reportagen ist jeweils der 30.November.

1. Es geht los ...

Liebe Klimareporterin,
lieber Klimareporter!

Reporter oder Reporterin sein ist ein richtiger Beruf. Ich nehme immer meine Radio-Tasche mit, wenn ich als Reporterin unterwegs bin. Vielleicht willst du auch Berufskleidung haben, z.B. ein Käppi oder ein Halstuch, das du immer trägst, wenn du jemanden interviewst.

Doch das allerwichtigste, das du bei deiner Reportage dabei haben musst, ist eine Frage.

1 1 Zettel
Warum ist das Klima wichtig für Fledermäuse?
Fragen sind wie Pusteblumen
... zuerst ist nur eine da ...
... und dann ganz viele ...
Was ist eigentlich „Klima“?
Was fressen Fledermäuse?
Fliegen Fledermäuse auch, wenn es regnet?
Gibt es Fledermäuse auch in ganz heißen Gegenden?
Warum schlafen Fledermäuse in Höhlen?
So viele Fragen ... aber die wichtigste hast du ja in der Tasche, damit du nicht durcheinander kommst.

Schlaue Reporterinnen und Reporter bereiten sich vor. Sie versuchen, so viel wie möglich über ihre Frage herauszufinden, bevor sie jemandem ein Mikrofon unter die Nase halten. Also: Mach dich schlau!
Was Fledermäuse fressen, kannst du im Internet recherchieren oder in der Noctalis- Ausstellung herausfinden. Und schreib’ dir auf, was du herausgefunden hast und woher deine Information kommt.

Du musst aber nicht alles allein herausfinden.

Was ist eigentlich „Klima“?

Das haben wir für dich einen Klimaforscher gefragt. Er heißt Andreas Pflitsch und ist viel unterwegs, weil er überall auf der Welt das Klima zum Beispiel in Höhlen erforscht. Hier kommt seine Antwort. Wenn du möchtest, kannst du sie auch direkt in deiner Reportage verwenden. Dazu musst du zuerst das Schnittprogramm "audacity" öffnen. Dann kannst du die Aufnahme starten und jetzt auf den Link unten klicken (mehr dazu im Abschnitt: Aufnahmen anhören mit "audacity").

Prof. Dr. Andreas Pflitsch zum Unterschied von Wetter und Klima

Und jetzt geht es los!
Wem könntest du Deine Fragen stellen?

Die Tierpflegerin im Noctalis kann dir z.B. noch genauer erzählen, was Fledermäuse genau fressen.

Oder du rufst bei einer Naturschutzorganisation in deiner Nähe an.

Ein oder zwei Interviewpartnerinnen reichen für den Anfang.

Einen Moment noch ...
Zu einer Recherche, die toll klingt, gehören auch Geräusche. Welche Geräusche passen zu deinem Thema? Am besten, du machst dir eine Liste.

Zu einer Reportage über Fledermäuse passen natürlich die Soziallaute („Rück mal!“, „Schön, dass du da bist!“) und die Orientierungsrufe von Fledermäusen. Hier kannst du dir Fledermausgeräusche anhören und sie auf deinen Computer herunterladen.

Soziallaute von Fledermäusen
Ortungsrufe von Fledermäusen

 

2. Deine Ausrüstung

Um ein Interview aufzunehmen, brauchst du:

  1. Aufnahmegerät
  2. Mikrofon
  3. Kopfhörer



Es gibt Digitalrekorder, bei denen die Mikrofone schon eingebaut sind. Wenn du noch gar nichts zum Aufnehmen hast, empfehlen wir dir, einen Digitalrekorder mit eingebauten Mikrofonen zu kaufen.
Der billigste Digitalrekorder kostet 50 bis 80 Euro, je nachdem, ob du gerade ein Sonderangebot erwischst.

Die eingebauten Mikrofone sind sehr gut, aber auch empfindlich. Deshalb musst du den Rekorder ganz ruhig in der Hand halten. Sonst machen deine Finger Geräusche, die später auf der Aufnahme zu hören sind.
Damit du das sofort merkst und die Hand wieder still hältst:
Nimm‘ immer mit Kopfhörern auf.


Und überhaupt: Spiel‘ mit deinem Rekorder, bevor du das erste Mal jemanden interviewst. Finde heraus, wie du die Aufnahme lauter und leiser machen kannst. Dein Rekorder ist dein Kumpel. Du musst dich auf ihn verlassen können. Lern‘ ihn kennen.

Vielleicht musst, willst oder kannst du aber keinen Digitalrekorder kaufen? Vielleicht hast du schon einen MP3-Player, an den du ein Mikrofon anschließen kannst? Oder du hast ein Minidisc-Gerät oder einen guten Kassettenrekorder, mit dem du Aufnahmen machen kannst? Sieh‘ nach, ob du an dein Gerät Kopfhörer und Mikrofon anschließen kannst. Wie gut deine Aufnahme wird, hängt vom Mikrofon ab. Gute Mikrofone sind leider nicht billig. Deshalb ist es besser, ein Mikrofon z.B. von einem Offenen Kanal zu leihen als ein billiges zu kaufen.

Wenn du ein Mikrofon leihen oder kaufen willst, frag‘ nach einem Reportagemikrofon. Mikrofone, mit denen Bands ihre Musik aufnehme, sind meistens nicht empfindlich genug für Sprache. Die Aufnahmen rauschen dann.
Auch bei geliehenen Geräten gilt: Spiel‘ mit ihnen. Lern‘ sie kennen. Hier kommt eine Checkliste, mit der du überprüfen kannst, wie gut du dein Gerät kennst.

Checkliste
• Wo musst du den Kopfhörer einstöpseln? Wie kannst du den Ton im Kopfhörer lauter oder leiser machen?
• Wie tauschst du die Batterien aus? Hast du Ersatzbatterien dabei?
• Hast du eine SD-Karte (oder Mini-SD-Karte oder Minidisc oder Kassette) als Ersatz dabei?
• Wie startest du an deinem Gerät die Aufnahme?
• Wie kannst du die Aufnahme lauter oder leiser machen?
• Woran siehst du, ob das Gerät wirklich aufnimmt?


Und wie kommen die Aufnahmen später in deinen Computer?

Wenn du einen Digitalrekorder oder einen mp3-Rekorder benutzt, dann nimmst du wahrscheinlich auf SD-Karten oder Mini-SD-Karten auf. Hat dein Computer einen Schlitz für solche Karten? Wenn nicht, dann brauchst du einen Adapter, den du in den USB-Eingang stecken kannst. Von einem Minidiscgerät oder einem Kassettenrekorder musst du die Aufnahmen per Kabel überspielen. Hast du ein Kabel, das auf der einen Seite in deinen Rekorder und auf der anderen Seite in deinen Computer passt?

Bei Mikrofonen und Aufnahmegeräte gibt es verschiedene Stecker und Buchsen. Am besten probierst du schon im Laden oder beim Ausleihen aus, ob du alles zusammenstöpseln kannst.

Mehr als hundert Euro muss deine Ausrüstung nicht kosten. Natürlich kannst du das nicht von deinem Taschengeld bezahlen, aber: Fragen lohnt sich!
Vielleicht schafft deine Schule einen Digitalrekorder an. Oder du kannst ein Gerät bei einem Offenen Kanal in deiner Nähe leihen. Vielleicht wird deine Reportage ja später dort gesendet.

 

3. Das Interview

Je genauer die Fragen, desto besser die Antworten:
Schau Dir alles an, was Du schon zu Deiner Frage herausgefunden hast.

Was möchtest Du noch wissen? Schreib‘ Dir deine Fragen auf. Profireporter benutzen dafür oft pro Frage eine Karteikarte aus Pappe, weil solche Karten während des Interviews nicht rascheln. Du darfst auch nach Dingen fragen, die du schon weißt. Vielleicht sagt deine Gesprächspartnerin doch noch etwas Überraschendes dazu oder erklärt einen Zusammenhang so, dass die Zuhörer ihn besonders gut verstehen können.


Die leichteste Frage zuerst!

Die meisten Menschen sprechen gern über Dinge, die sie genau kennen und mit denen sie viel zu tun haben. Also: Was kann dein Gesprächspartner bestimmt beantworten? Schwierigere Fragen kommen später, wenn ihr euch schon besser kennt.

Am Anfang möchte dein Gesprächspartner wahrscheinlich wissen, wie du heißt, für welchen Zweck du das Interview brauchst, und ob und wo es gesendet wird. Bereite einen Satz für den Anfang vor, mit dem du Dich vorstellst.

Frag auch, wie du deine Gesprächspartnerin später in deiner Radiosendung vorstellen sollst. Wie heißt ihr Beruf richtig? Wie wird ihr Name ausgesprochen?

An vielen Orten gibt es Geräusche, die bei einem Interview eher stören, z.B. von Autos, die draußen vorbeifahren. Je weniger Nebengeräusche du aufnimmst, desto besser klingt nachher dein Interview.
Also: Schließ‘ die Fenster. Zieh‘ den Stecker vom Kühlschrank raus. Bitte deine Gesprächspartnerin, ihr Telefon leise zu stellen und den brummenden Computer herunterzufahren.
Ja, du darfst das!

Zeig‘ deinem Gesprächspartner mit den Augen, dass du ihm zuhörst.


Sag‘ nicht: „Hm“ oder „Ja“, während du das Interview führst. Vielleicht möchtest du später in deiner Reportage nur die Antworten benutzen und gar nicht selbst zu hören sein.

Lach‘ nicht laut, sondern lächle leise. Für die meisten Menschen ist das am Anfang schwer. Du kannst es aber vorher mit einer Freundin üben.

Am Ende bedankst du dich, das ist ja klar.

Und wenn du wieder allein bist, nimm‘ dir zehn Minuten Zeit und schreib‘ dir alles auf, was du jetzt gerade noch im Kopf hast. Wie sah das Zimmer oder die Straßenecke aus? Was hatte deine Gesprächspartnerin an? Wie war die Stimmung? Was war das wichtigste, das sie gesagt hat? Solche Notizen helfen dir später, einen Text für deine Reportage zu schreiben.

4. Aufnahmen anhören mit „audacity“

Wenn du wieder zuhause bist, willst du sicher hören, was du aufgenommen hast. Am besten, du tust das gleich in dem Schnittprogramm, mit dem du dein Interview auch bearbeiten kannst. Das geht so ...

Zuerst musst du das Schnittprogramm herunterladen. Es heisst „audacity“.
Das ist englisch und bedeutet Mut oder Kühnheit, aber es steckt auch das Wort für „hörbar“ - audible“ - darin.
Hier kannst du umsonst eine Version von „audacity“ herunterladen, die zu deinem Computer passt: http://audacity.sourceforge.net
Siehst du jetzt auf deinem Bildschirm das Symbol für „audacity“, einen Kopfhörer mit einer feurigen Klangwelle zwischen den beiden Hörmuscheln?

Ist der Ton deines Computers eingeschaltet?
Dann klick auf das „audacity“- Symbol und öffne das Programm.
Um herauszufinden, ob es auch funktioniert, nimm‘ mal kurz deine eigene Stimme auf.

Oben links in der Ecke siehst du Tasten wie auf einem Kassettenrekorder zum Abspielen, Pause machen, Vor- und Rückspulen.


Der rote Knopf bedeutet „Aufnahme“. Klick einfach darauf und sag‘ was.
Siehst du die blaue Wellenlinie? Das ist die Aufnahme von deiner Stimme. Sie wird in eine Tonspur geschrieben.


Oben rechts siehst du zwei Regler.

Beweg‘ mal den Regler mit dem Lautsprechersymbol: Du hörst deine Aufnahme lauter oder leiser. Mit dem Regler neben dem Mikrofonsymbol kannst du bestimmen, wie laut oder wie leise etwas aufgenommen wird. Ihn musst du also vor der Aufnahme benutzen.

Und wie kommt jetzt dein Interview in das Schnittprogramm?

Du klickst auf „Datei“ (oben in der Menüleiste), dann auf „Import“, dann auf „Audio“ und dann auf „Datei auswählen“.
Jetzt kannst du deine Computerfestplatte nach deiner Aufnahme durchsuchen. Weißt du, wie sie heißt? Oder hast du sie von deiner SD-Karte auf den Schreibtisch kopiert, wo du sie leicht findest?
Markiere sie und klicke auf „Öffnen“.
„Audacity“ erzeugt dann eine Tonspur für deine Aufnahme.

Um deine Aufnahme anzuhören, klicke auf „Abspielen“ oben links im Kassettenrekorder-Feld oder einfach auf die Leerstellen-Taste. Hörst du jetzt Durcheinander? Hörst du deine Stimme von eben und dein Interview gleichzeitig? Du kannst „audacity“ sagen, dass du nur eine Spur hören möchtest. Dafür musst du links vor der Spur auf „solo“ klicken.


Jetzt kannst du dir deine ganze Aufnahme anhören.

 

5. Aufnahmen bearbeiten mit „audacity“

Wahrscheinlich gibt es in deinem Interview Stellen, die dir gut gefallen, und andere, die du verändern möchtest.

Dein Interviepartner sagt dauernd „ähm“ oder er hat sich versprochen oder ein Teil des Interviews ist langweilig, aber ein anderer interessant?
Du kannst die Teile markieren, die du nicht mehr hören willst. Und dann drückst du auf „Strg+K“, um sie zu löschen.


Eine andere Möglichkeit ist, links und rechts von der Stelle, die weg soll, einen Schnitt zu machen, und zwar mit „Strg+I“. Dann die Stelle markieren und dann wegwerfen mit „Strg+K“.

Das Wort „Schnitt“ kommt noch aus der Zeit, in der Tonaufnahmen im Studio auf langen Tonbändern gemacht wurden. Da wurden Versprecher wirklich mit einer Schere herausgeschnitten und dann wurde das Band wieder zusammengeklebt.


Wenn du beim Schneiden und Wegwerfen mal nicht richtig triffst, liegt das vielleicht daran, dass du die Tonkurve zu klein siehst.
Klick‘ oben rechts auf die Lupe mit dem Pluszeichen, um die Tonkurve zu vergrößern. Wenn du sie wieder verkleinern willst, klick‘ auf die Lupe mit dem Minuszeichen.


Bei „audacity“ gibt es einen Werkzeugkasten gleich rechts neben dem Kassetten- Rekordersymbol. Was du tun kannst, hängt davon ab, welches Werkzeug du gerade in der Hand hast.


Der Werkzeugkasten

Eben, beim Schneiden und Wegwerfen, hattest du das große I links oben in der Hand. Wenn du deine Aufnahme oder ein Stück davon auf der Tonspur nach links und rechts verschieben willst, brauchst du das Werkzeug mit den Pfeilen, die nach links und rechts zeigen.

Aufnahme lauter oder leiser machen

Findest du deine Aufnahme zu leise?
Dann markiere die ganze Aufnahme oder die leisen Stellen und klicke zuerst auf „Effekt“ oben in der Menüleiste, und dann auf „Verstärken“. Hier kannst du deine Aufnahme lauter oder auch leiser machen. Einen Unterschied von 1,2 db können die meisten Leute gerade so eben hören. 3 db lauter sind schon deutlich wahrnehmbar.

Rauschen wegfiltern

Möchtest du, dass deine Aufnahme weniger rauscht?
Auch dafür gibt es einen Trick. Zuerst einmal muss „audacity“ lernen, wie das Rauschen eigentlich klingt, also aus welchen Tonfrequenzen es besteht. Markiere dafür eine kleine Stelle, wo nur Rauschen zu hören ist, nichts sonst.
Klicke unter „Effekt“ (oben in der Menüleiste) auf „Rauschen entfernen“und dann auf „Get Noise Profile“. Jetzt kannst du die ganze Aufnahme markieren oder die Stelle, wo es zu sehr rauscht. Klicke noch einmal unter „Effekt“ auf „Rauschen entfernen“ und dann auf „remove“ und „okay“.

Fertig?
Wenn du mit deinem geschnittenen Interview zufrieden bist, dann kannst du dein Ergebnis auf deine Festplatte kopieren, um es auf eine CD zu brennen oder es mit einem Musikprogramm abzuspielen.

Beim allerersten Mal musst du bei manchen Computern dazu noch ein kleines Zusatzprogramm aus dem Internet herunterladen.
Später geht es dann ganz einfach.
Klicke zuerst auf „Bearbeiten“ (oben in der Menüleiste), dann auf „Einstellungen (ganz unten im Pop-up-Menü). Klicke jetzt auf „Bibliotheken“ und dann auf: „MP3- Export Bibliothek suchen“.
Es erscheint: Audacity braucht die Datei lame_enc.dll um MP3s zu erzeugen. Jetzt kannst du Schritt für Schritt der Download-Anleitung folgen, Lame v3.99.3 herunterladen und das Installationsprogramm ausführen.
Geschafft.

Als nächstes kannst du dein fertiges Interview auf die Festplatte kopieren.

Datei exportieren

Du markierst alles, was zu deinem fertigen Interview gehört.
Dann klicke auf „Datei“ (oben in der Menüleiste), und danach auf „Auswahl exportieren“. Jetzt kannst du wählen, wo du dein Interview speichern willst und der Datei einen Namen geben. Außerdem musst du einen Dateityp wählen.
Willst du dein Interview als Mail verschicken? Dann wähle „mp3“.
Oder möchtest du es mit dem bestmöglichen Klang auf eine CD brennen? Dann kannst du z.B. „wav“ wählen.
Auf „Speichern“ klicken. Fertig!

Herzlichen Glückwunsch!
Du hast ein Interview aufgenommen und es fertig bearbeitet!

 

6. Schreib deinen eigenen Text

Er muss nicht lang sein ...
Dein Text nimmt die Zuhörerinnen und Zuhörer überallhin mit, wo du selbst warst.
Du erklärst ihnen, was du eigentlich wissen wolltest ...
... wie du versucht hast, etwas herauszufinden ...
... was du gesehen, gerochen und gefühlt hast ...
... mit wem du gesprochen hast ...
... und was du Neues gelernt hast.

Schreiben macht Spaß ... also mach‘ es dir gemütlich. Koch dir einen Kakao oder kuschel‘ dich an deinen Lieblingsplatz.

Und nimm‘ einen Wecker mit.


Den Wecker brauchst du, falls das große Grübelmonster vorbeikommt. Das große Grübelmonster frisst Gedanken, solange sie noch im Kopf sind. Dadurch schaffen sie es nie bis auf das Papier, auch wenn sie klug sind. Mit dem Wecker kannst du dich gegen das große Grübelmonster verteidigen. Es mag nämlich keine Zeitbegrenzungen.

Für den Anfang hast du fünf Minuten. Schreib‘ deine wichtigste Frage auf. Warum ist sie wichtig?

Jetzt nimm ein neues Blatt und schreib‘ den Schluss.
Was hast du herausgefunden?
Was weißt du jetzt, das du vorher noch nicht wusstest?
Und warum ist es wichtig, das zu wissen?
Wirst du in Zukunft etwas anders machen?
Gibt es etwas Dringendes zu tun?
Lass‘ dir für den Schluss zehn Minuten Zeit.


Jetzt brauchst du noch ein oder zwei Blätter für die Mitte. In die Mitte kommen: Dinge, die du selbst herausgefunden hast, z.B. bei einem Gang durch die Höhle oder die Noctalis-Ausstellung. Was hast du gehört, gelesen, erlebt?

In die Mitte der Reportage baust du auch das Interview mit deinem Gesprächspartner ein. Zuerst erklärst du, wer das ist und warum du ausgerechnet diese Person befragt hast. Dann pickst du dir einzelne interessante Antworten heraus und erklärst drum herum, warum du etwas gefragt hast.
Während du diesen Teil schreibst, willst du dir dein Interview vielleicht noch einmal anhören. Hier kommt noch ein Beispiel dafür, wie dein eigener Text und das Interview sich abwechseln können.

(• Beispiel aus „Sensible Jäger“ einfügen)

Du kannst dir die Mitte in mehrere Teile einteilen, z.B.
- erste Interviewpartnerin
- Besuch in der Höhle
- zweite Interviewpartnerin
Nimm dir beim Schreiben für jeden Teil zehn Minuten Zeit. Mach‘ dazwischen Pause.
Wie war noch einmal deine wichtigste Frage? Und was hast du jeweils dazu herausgefunden?


Wenn dein Text fertig ist, dann tipp‘ ihn dir ab und druck ihn aus. Die Schrift muss groß sein, damit du sie gut lesen kannst, und du musst erkennen können, wo später ein Geräusch oder ein Stückchen von einem Interview eingebaut wird. Am besten liest du deinen Text jetzt jemandem vor. Wenn er oder sie etwas nicht versteht, kannst du den Text noch verbessern.

Und jetzt ist dein Text fertig für die Aufnahme, also: Ton ab.

 

7. Achtung Aufnahme

Um deinen Text zu sprechen und aufzunehmen, verabrede dich am besten mit zwei Freundinnen.
Dann könnt ihr die Aufgaben verteilen wie Profis in einem Tonstudio.
Eine von Euch ist die Regisseurin.
Du sprichst deinen Text.
Jemand bedient als Tontechnikerin das Aufnahmegerät.


Wie beim Interview soll es auch jetzt, bei der Sprachaufnahme, schön ruhig sein.
Also: Computer herunterfahren, Fenster zu, Telefone aus, andere Menschen im Haus um Ruhe bitten ...

Mach‘ es dir bequem. Die meisten Menschen können im Stehen besser atmen und auch besser lesen als im Sitzen. Du kannst das Mikrofon an einem Stativ befestigen oder auf einen Notenständer stellen oder jemand hält es dir ganz ruhig vor die Nase. Geh‘ ruhig nah ran. Dein Mund sollte ungefähr zwanzig Zentimeter vom Mikrofon entfernt sein.

Lass‘ dir Zeit.
Profis sprechen die einzelnen Absätze vom Text oft mehrere Male. Es macht also nichts, wenn du zwei oder drei Anläufe brauchst oder dich versprichst. Wenn du dich versprochen hast, mach eine kleine Pause und fang‘ am Satzanfang wieder an. Ganz wichtig: Raschel‘ nicht mit dem Papier, während du sprichst. Mach eine Pause am Ende der Seite. Blättere in Ruhe um. Sprich‘ dann erst weiter.

Die Regisseurin oder der Regisseur lobt dich.
Sagt dir, wenn du einen Absatz richtig gut gesprochen hast und den nächsten lesen darfst.
Bittet dich vielleicht, noch langsamer zu sprechen und zwischendurch tief Luft zu holen.
Achtet darauf, dass du keinen Satz auslässt und alles richtig aussprichst.

Die Tontechnikerin oder der Tontechniker achtet darauf, dass keine sehr lauten Geräusch von draußen auf die Aufnahme kommen.
Startet und stoppt die Aufnahme.
Achtet darauf, dass du nicht umblätterst, während du noch sprichst.

Wenn ihr alles aufgenommen habt, lädst du die Aufnahme in deinen Computer. Dann öffnest du das „audacity“-Programm und importierst deine Aufnahme. Wie das geht, kannst du im Abschnitt „Aufnahmen anhören mit „audacity““ noch einmal nachlesen. Dein gesprochener Text liegt jetzt auf einer Spur unter dem geschnittenen Interview. Wahrscheinlich musst du auch aus deinem Text noch Versprecher herausschneiden oder die beste Fassung finden, wenn du Absätze mehr als einmal gesprochen hast.

 

8. Die Reportage bauen

Deine Reportage besteht aus verschiedenen Zutaten:
Deinem Text
Antworten, die du von deinen Interviewpartnern bekommen hast.
Musik?
Geräuschen?

Am besten legst du für jede Zutat eine Tonspur an.
Wenn du etwas in dein „audacity“-Programm importierst, entsteht sowieso jedes Mal eine neue Tonspur. Du kannst aber auch selbst eine neue Spur anlegen. Dazu klickst du in der Leiste ganz oben auf „Spuren“, und dann auf „neue Spur erzeugen“. Wenn du am linken Ende der Spur in das obere Feld klickst, kannst du der Spur auch einen neuen Namen geben.


Apropos Geräusche
Geräusche kannst du selbst aufnehmen oder du findest Geräusche, die du kostenlos verwenden darfst, im Internet:
www.hoerspielbox.de
www.buschfunk.de

Apropos Musik
Wenn du deine Reportage an Noctalis schicken willst, damit wir sie auf unserer Homepage veröffentlichen, oder wenn du sie anderswo öffentlich vorspielen möchtest, darfst du nicht einfach deine Lieblingsmusik von einer CD verwenden. Dafür müsstest du den Musikern nämlich sonst etwas bezahlen.
Also: Mach selbst Musik!


Du kannst auch nach Musik im Internet suchen, die du kostenlos verwenden darfst.
Hier kommt eine Adresse zum Stöbern:
www.freemusicarchive.org

Die Werkzeug und Befehle, die du jetzt brauchst, um kleine Stückchen von deinen Zutaten abzuschneiden und in die richtige Reihenfolge zu bringen, kennst du schon aus dem Kapitel „Aufnahmen bearbeiten mit „audacity“:
„Strg+I“, um ein Stückchen abzuschneiden.
Das Verschiebewerkzeug mit den Pfeilen nach links und rechts, um ein Stückchen auf seiner Spur zu verrücken.
Du kannst auch Stückchen von deinen Aufnahmen markieren und sie dann wie in einem Textverarbeitungsprogramm ausschneiden oder kopieren und an einem neuen Ort wieder einfügen.
Die Befehle sind:
„Strg+X“
„Strg+C“
„Strg+V“

Wie du Stellen lauter oder leiser machen kannst, hast du beim Interviewschneiden schon gelernt. Du kannst außerdem auch alles lauter oder leiser machen, das auf einer Spur liegt. Dafür verschiebst du den Regler neben der Spur zwischen „+“ und „-“.


Wenn du möchtest, dass ein Geräusch leise anfängt und dann lauter wird, benutzt du eine Blende, auf Englisch „Fade“. Du markierst den Anfang des Geräuschs und klickst dann in der Leiste ganz oben zuerst auf „Effekt“ und dann auf „Einblenden“.
Wenn du möchtest, dass ein Geräusch oder eine Stimme am Ende leiser wird, geht das genauso. Du klickst dann auf „Ausblenden“.

Bist du zufrieden?
Dann kannst du jetzt deine ganze Reportage auf deine Festplatte kopieren, um sie später auf eine CD zu brennen.
Du musst zuerst:
Alle Bausteine auf den verschiedenen Spuren, die zu deiner Reportage gehören, markieren.
Du musst darauf achten, dass keine der Spuren stumm geschaltet ist.

Dann klicke oben in der Menüleiste auf „Datei“ und danach auf „Auswahl exportieren“. Jetzt kannst du wählen, wo du deine Reportage speichern willst, und der Datei einen Namen geben.

Außerdem musst du einen Dateityp wählen. Willst du deine Reportage als Mail verschicken, zum Beispiel an uns vom Noctalis? Dann wähle „mp3“. Oder möchtest du sie mit dem bestmöglichen Klang auf eine CD brennen? Dann kannst du z.B. „wav“ wählen.

Auf „Speichern“ klicken. Fertig!
Am besten hörst du dir gleich alles noch einmal an.

Liebe Klimareporterin, lieber Klimareporter,
du hast eine ganze eigene Reportage produziert.
Wir sind beeindruckt.


Und jetzt?
Schicke uns deine Reportage.
Wir sind neugierig, was du herausgefunden hast:
ipsen@noctalis.de

 

Reportagen zum anhören

° Gartenstadtschule Neumünster - Die Klimareporter
° Sensible Jäger - Das Zusammenspiel von Fledermäusen und Klima
°Die Arktis - wie Menschen die Umwelt zerstören
°Umweltradio - eine fiktive Radio-Diskussion zum Thema Küstenschutz und Klimawandel

°Fledermäuse, andere Tiere und Klima - eine Reportage der Dahlmannschule Bad Segeberg

°Auswirkungen des Klimawandels in Alaska und Namibia- eine Reportage des Mädchentreffs in Kiel-Gaarden

Hier findet Ihr eine Auswahl von Fotos der Reportageteams als PDF-Dokument.

Es werden weitere Reportagen folgen, vielleicht auch Eure?

 

Noch ein paar Tips für Lehrerinnen und Lehrer

Liebe Lehrerin, lieber Lehrer!

Ihre Klasse möchte mit Ihnen zusammen eine Radioreportage machen?

Viele Informationen zur Planung der Reportage, zum Interview, zur Ausrüstung und zu Schnitt und Montage am Computer finden Sie unter den einzelnen Menüpunkten unserer Klimareporter-Online-Werkstatt. Dort sind alle Texte für Kinder geschrieben. Sie könne sie also gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern lesen.

Außerdem haben wir im Folgenden versucht, Antworten auf einige häufig gestellte Fragen zu geben.

Wie alt sollten die Kinder sein?

Nach unserer Erfahrung können Kinder etwa ab der dritten Klasse eine Reportage planen oder einem Interview einen roten Faden geben. Nach oben hin sind dem Alter natürlich keine Grenzen gesetzt. Schülerinnen und Schülern in der zehnten Klasse oder der Oberstufe bietet eine Reportage eine willkommene Gelegenheit, Medienberufe kennenzulernen.

Wie groß darf die Gruppe sein?

Mehr als zwölf Kinder kann eine einzelne Person kaum sinnvoll betreuen. Wenn Sie Ihre Schulklasse teilen, eine engagierte Praktikantin oder einen Kollegen dazu holen, dann ist es sinnvoll, zeitweise in getrennten Räumen zu arbeiten.

Wo gibt es Unterstützung?

Es gibt bei vielen Offenen Kanälen inzwischen angestellte pädagogische Mitarbeiter, die auch zu Ihnen in die Schule kommen. Auch „Noctalis“ bietet im Rahmen des außerschulischen Lernprogramms Reportagekurse an. Sie können mit Ihrer Klasse zu uns ins Fledermaus-Zentrum kommen oder uns in Ihre Schule einladen.
Schreiben Sie uns, wenn Sie Informationen zu Kosten und Terminen wünschen: ipsen@noctalis.de

Wieviel Zeit müssen Sie einplanen?

Mit jüngeren Kindern sollten Sie ca. sechs Unterrichtsstunden einplanen: zwei Stunden für die Planung und inhaltliche Vorbereitung, zwei Stunden, um jemanden zu interviewen und Geräusche aufzunehmen, eine Stunde, um die Aufnahmen anzuhören und Ideen für die Gestaltung der Reportage zu sammeln, und eine weitere Stunde, um mit den Kindern die fertige Reportage anzuhören. Wenn Sie mit Kindern bis einschließlich Klasse 6 arbeiten, müssen Sie für eine Reportage von ca. 10 Minuten Länge nach unserer Erfahrung außerdem vier Stunden einplanen, in denen Sie selbst die Reportage am Computer fertigstellen.

Mit älteren Schülerinnen und Schülern bieten sich zwölf bis achtzehn Stunden Arbeitszeit für die Reportage an.
Unser Tipp: Die Nachbereitung am Computer ist arbeitsintensiv. Setzen Sie sich und ihrer Klasse am Anfang kleine Ziele. Lieber zwei Interviewpartnerinnen als vier. Lieber zehn Minuten Reportage als dreißig.

Wer macht die Arbeit am Computer, die Schülerinnen und Schüler oder Sie selbst?

Etwa ab der siebten Klasse können Kinder lernen, ihre Aufnahmen selbst zu schneiden und am Computer zusammenzufügen. Dann sollten mehrere Computer zu Verfügung stehen, auf die Sie die Schnittsoftware „audacity“ spielen. Wenn Sie den Kindern eine Einführung in das Schnittprogramm geben wollen, hilft ein Beamer.

Können Sie sich allein in die Schnittsoftware „audacity“ einarbeiten?

Ja, für Menschen, die Computer ein bisschen mögen, ist das realistisch. Das IQSH (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen´Schleswig-Holstein, Schreberweg 5, 24119 Kronshagenbietet) außerdem Online-Fortbildungen in „audacity“ und eine „Online-Hörspielwerkstatt“ für Lehrerinnen und Lehrer an. Sie können auch beim Offenen Kanal in Ihrer Nähe nachfragen, ob möglicherweise Schulungen angeboten werden.

Wir wünschen Ihnen für Ihre Reportage viel Spaß und Erfolg. Und falls Sie eine Reportage zum „Klimawandel“ produziert haben, dann vergessen Sie bitte nicht, sie uns zu schicken.

Alle zum Kimareporer als Download

Alles Inhaltliche zum Klimareporter als Download gibt es hier.

Links zu verschiedenen Internetseiten, die sich mit dem Thema Klima und Klimwandel befassen gibt es hier.

 

end faq