Leben im Verborgenen

Das Überleben in Höhlen ist hart und erfordert viele Anpassungen. Das Klima unter Tage ist meist feucht und kühl und durch das fehlende Licht ist das Nahrungsangebot äußerst knapp. Nur wenige Tierarten haben sich an diese Umgebung angepasst und einige ihrer Fähigkeiten perfektioniert. Anderes wie der Sehsinn oder eine auffällige Färbung verlieren an Bedeutung und bilden sich im Laufe der Generationen zurück.

Bei Höhlentieren wird unterschieden zwischen reinen Höhlenbewohnern und Tieren, die Höhlen zeitweise bevorzugen. So nutzen Fledermäuse Höhlen gern als Überwinterungsort, während sie die nahrungsreichen Monate in ihren Sommerquartieren verbringen.

Mexikanische Höhlensalmler (Astyanax fasciatus)
Beim Höhlensalmler handelt es sich um eine an das Höhlenleben angepasste Fischart. Während die Oberflächenform von den südlichen USA über ganz Mittelamerika bis ins nördliche Südamerika verbreitet ist, findet man die Höhlenfische nur in einem etwa 125 Kilometer langen Gebirgszug im östlichen Zentralmexiko. Dort haben sie etwa 30 bisher bekannte Höhlensysteme besiedelt. Während der Astyanax der Oberflächenform große Augen, einen dunklen Rücken und silbrige Flanken hat, zeigt der Höhlensalmler die charakeristischen Merkmale eines dauerhaft unterirdisch lebenden Tieres: Die Augen sind zu kleinen, funktionslosen Resten verkümmert und die Körperfärbung ist weitgehend verschwunden.


Geißelspinne (Damon gracilis)
Geißelspinnen (Amblypygi) können sowohl in Höhlen als auch oberirdisch leben. Weltweit sind mehr als 130 Arten bekannt. Die Geißelspinnenart, die wir in der Ausstellung zeigen, kommt ursprünglich aus Angola und Namibia und ernährt sich von Grillen und Motten.
Der sehr flache Körper ermöglicht der Spinne, sich unter Steinen zu verstecken. Mit ihren langen Fühlerbeinen kann sie ihre Umgebung ertasten.


Segeberger Höhlenkäfer (Choleva septentrionis holsatica)
Der fünf Millimeter lange, kupferbraune Käfer lebt nur in der Kalkberghöhle von Bad Segeberg, ist also eine endemische Art. Die Population umfasst zirka 15.000 Tiere und erreicht ihre größte Zahl während der Winterruhe der Fledermäuse. Er hat sich seinem Umfeld vollständig angepasst, denn er ernährt sich von Fledermausexkrementen und -kadavern. Die Käfer sind also eine Art Putzkolonne in der Kalkberghöhle. Außerhalb der Höhle mit ihren 9 Grad Celsius und nahezu 100 Prozent Luftfeuchtigkeit können die Höhlenkäfer nicht überleben.

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