Die sieben Fledermäuse der Segeberger Höhle:

In unserer Höhle überwintern über 25.000 Fledermäuse sieben verschiedener Arten, die häufigsten sind Fransen- und Wasserfledermäuse. 

 

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© thinkcats Marion von Oppeln

Dieses Plakat sowie die dazugehörigen 8 Postkarten können ab 9. Januar 2017 für 6,50 Euro (5 Euro zzgl. Porto) im Noctalis telefonisch oder per Mail bestellt werden.

 

Als Quellen wurden verwandt:

Dietz, Christian & Kiefer, Andreas: Die Fledermäuse Europas, Kosmos Naturführer, 2004.

Richards, Klaus: Fledermäuse, Kosmos 2004.

Diehl, Dirk, A.: Ein Garten für Fledermäuse, Pala Verlag, 2013

Simon & Widdig GbR (Marburg), Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V. (Höxter) und Universität Regensburg, Institut für Botanik (Regensburg), Internethandbuch Fledermäuse, BfN 2011

 

Florian Gloza-Rausch über die Fledermäuse der Segeberger Höhle

 

Florian Gloza-Rausch über die Bedeutung der Fledermäuse für das Höhlenökosystem und seine Bewohner

Erna Mohr über die Fledermäuse der Segeberger Höhle

Die Segeberger Höhle, Winterquartier für über 25.000 Fledermäuse

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© Marion von Oppeln

Foto Olaf Francke myholstein.de

Die Säulenhalle, Foto Olaf Francke

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Schlafende Fledermäuse in der Höhle, Foto Anne Ipsen

Die Entstehung der Segeberger Höhle

Die Erstbefahrung der Segeberger Höhle nach Jürgen Thode 1913

Ein Rundgang durch die Höhle

(Text Norbert Biß, Sebastian Baldauf, Dieter Mucke)

Die Kalkberghöhle gilt als Deutschlands nördlichste Gipskarsthöhle. Sie zieht sich sichelförmig um den nördlichen bzw. nordöstlichen Teil des Kalkberges. Im Nordwesten reicht das Höhlensystem bis unter den David-Krop*-Weg, im Norden bis an das Ausstellungshaus „Noctalis-Welt der Fledermäuse“ und im Südosten bis unter die oberen Ränge der Zuschauertribünen des Kalkbergstadions und das „Indian Village“. Besuchergruppen können sich auf einem ca. 300 Meter langen Rundgang die Höhle anschauen. Wer hier entlanggeht, gewinnt einen sehr guten Eindruck vom Charakter der Höhle. Weil die künstlichen Zugänge zur Höhle meistens geschlossen sind, hat die Kalkberghöhle den Charakter einer so genannten Sackhöhle mit einer statischen Wetterführung . Die Lufttemperatur schwankt nur wenig und beträgt sommers wie winters etwa neun bis zehn Grad Celsius. Dies entspricht in etwa dem Jahresmittelwert von Bad Segeberg. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei konstanten 100 Prozent. In den schlecht belüfteten Bereichen zwischen Riesen- und Südhalle werden Temperaturen bis zwölf Grad Celsius erreicht. Es treten zudem in den westlichen Höhlenabschnitten, die nicht so gut bewettert sind, zeitweilig erhöhte Kohlenstoffdioxidwerte auf. Die Besichtigung der Höhle ist wegen ihrer Bedeutung als Winterquartier für Fledermäuse nur außerhalb der Winterruhe, also vom 1. April bis zum 30. September, möglich. Besucher können sich in Gruppen unter Leitung erfahrener Höhlenführer auf den Weg machen. Die Führung beginnt am historischen Höhlenführerhaus. Beim Abstieg auf der steinernen Treppe hat man einen Blick auf die gegenüberliegende Felswand, an deren Fuß ein gewachsenes Flachdach den Höhlenausgang schützt. Der Weg führt dann weiter zur Eingangstreppe der Höhle. Auf halber Strecke sehen wir rechts oben in der Felswand eine Aussichtsplattform oberhalb des ehemaligen Burgbrunnens, links am Fuß der gegenüberliegenden Felswand ein sperrholzverkleidetes, eigenwillig anmutendes Bauwerk. Dieses wurde 1988 über dem Entdeckerloch“ , dem ersten bekannten Zugang zur Höhle, errichtet und soll mit seinen schrägen und glatten Wänden den einfliegenden Fledermäusen Schutz vor herumstreichenden Katzen und Mardern bieten. Außerdem befinden sich hier technische Einrichtungen zum Zählen und Überwachen der Fledermäuse. Die Anlage wurde erstmalig 1991 installiert und brachte die erstaunliche Erkenntnis, dass der Bestand überwinternder Fledermäuse in der Höhle beträchtlich größer war als ursprünglich angenommen. Mittlerweile hat sich, statt der früher vermuteten ca. 400 Tiere, ein Bestand von über 27.000 Überwinterungsgästen herausgestellt! Ein weiteres hölzernes Bauwerk am unteren Ende einer weiteren Steintreppe bildet den Eingang zur Schauhöhle, über dem die Besucher bei einem Blick nach oben die Lichtschrankenanlage zur Zählung der Fledermäuse erkennen können. Über eine kurze Stahltreppe erreicht man die Höhlensohle im etwa zwei Meter hohen „Empfangsraum“. Von hier aus gliedert sich die Höhle in einen relativ homogenen, lang gestreckten südöstlichen Teil und einen stark verzweigten, durch labyrinthartige Gänge und größere Hallen geprägten westlichen Bereich. Rechter Hand schauen wir in die „Entdeckungshalle“, die das Ende des südöstlichen Teils markiert, der aus Sicherheits- und Naturschutzgründen nicht für Besucher zugänglich ist.

 

1. Die Wasserfledermaus

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© Marion von Oppeln

Die Wasserfledermaus ist eine kleine bis mittelgroße Fledermaus, sie hat eine Spannweite von bis 27,5 cm und ein Gewicht von 6-10 Gramm. Sie jagt an Seen, langsam fließenden Flüssen und Bächen. Sie ist relativ früh in der Nacht unterwegs. Ihre Hauptnahrung sind Zuckmücken, die sie direkt auf der Wasseroberfläche erjagt, daneben aber auch Köcherfliegen, Eintagsfliegen und Schmetterlinge. Die Wasserfledermaus fängt ihre Beute mit dem Maul, kann aber auch ihre Schwanzflughaut als Kescher benutzen und dann sogar kleinste Fische fangen, die sie sich dann im Flug ins Maul wirft. Sie ist auch in der Lage mit ihren großen Füßen Beutetiere direkt von der Wasseroberfläche abzugreifen. Im Sommer ist sie in Baumhöhlen in der Nähe von Gewässern zu finden. Sie überwintert meist in Höhlen und Felsspalten, ihre Hauptruffrequenz liegt bei 45 kHz.

Ruf einer Wasserfledermaus im Detektor

2. Die Fransenfledermaus

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© Marion von Oppeln

Die Fransenfledermaus ist eine Haus – und Waldfledermaus, sie ist mittelgroß, hat eine Spannweite von bis zu 28 cm und ein Gewicht von 7-10 Gramm. Am Rand der Schwanzflughaut besitzt sie nach innen gekrümmte, kurze, steife Haare (Fransen). Sie hat relativ breite Flügel, ihr Flug knapp über dem Wasser ist recht hektisch, mit häufigen Höhen- und Richtungsänderungen und Abstechern über Land und entlang bzw. durch die Vegetation; sie fängt ihre Beute direkt von der Vegetation oder sehr nahe der Vegetation. Als Besonderheit fängt die Fransenfledermaus Spinnen aus dem Netz, sie benutzt dabei ihre Schwanzflughaut als Kescher. Sie ist auch in Ställen zu finden, wo sie Fliegen fängt. Ihre Hauptruffrequenz liegt bei 45-50 kHz. Fransenfledermäuse sind „Frühaufsteher“, sie sind mit den Braunen Langohren, die noch etwas früher ausfliegen, die ersten, die im Frühjahr das Winterquartier verlassen.

Ruf einer Fransenfledermaus im Detektor

3. Die Teichfledermaus

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© Marion von Oppeln

Die Teichfledermaus ist mittelgroß, mit relativ großen Füßen, ihre Spannweite beträgt ca. 30 cm und ihr Gewicht liegt zwischen 13 und 18 Gramm. Sie ist der Wasserfledermaus recht ähnlich, jedoch größer. Sie fliegt oft etwas höher und nicht so kurvig wie die Wasserfledermaus, oft an etwas größeren Gewässern. Sie fängt auch häufig wasserlebende Insekten von der Wasseroberfläche ab und ist in der Lage, kleine Fische zu fangen. Im Sommer findet man die Teichfledermaus eher in Gebäuden, in denen sie große Wochenstubenquartiere hat. Teichfledermäuse gehören zu den wandernden Fledermausarten, ihre Winterquartiere können mehrere hundert Kilometer von den Sommerlebensräumen entfernt sein. Die Hauptruffrequenz liegt bei 35 kHz.

Ruf einer Teichfledermaus im Detektor

4. Die Große Bartfledermaus

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© Marion von Oppeln

Die Große Bartfledermaus ist eine kleine Fledermaus mit relativ langem Fell, ihre Schnauze, die Ohren und die Flughäute sind mittel- bis hellbraun, anders als bei der Kleinen Bartfledermaus, die typischerweise ein schwarzes Gesicht hat. Die Spannweite ist bis 24 cm, das Gewicht liegt zwischen 4 und 7 Gramm. Große Bartfledermäuse jagen in Wäldern, wenn diese nicht zu dicht und geschlossen sind und in der Nähe von Gewässern liegen, des Weiteren über Wasserflächen und Feuchtwiesen. Im Winter sind Große Bartfledermäuse in Stollen, Kellern und Höhlen zu finden. Die Hauptruffrequenz liegt bei 42 kHz. Typisch für die Große Bartfledermaus ist das Patrouillieren entlang einer Strecke z.B. an Gebäuden oder Baumreihen. Ihre Hauptnahrung besteht aus Schmetterlingen und Schnaken, aber auch aus nicht fliegenden Insekten wie Spinnen, Weberknechten und Ohrwürmern. Die Sommerquartiere der Großen Bartfledermaus befinden sich sowohl in Häusern als auch im Wald. Sie ist auf Dachböden und in Spalten an Gebäuden oder in Baumhöhlen zu finden. Sie besiedelt auch Fledermausspaltenkästen.

Ruf von Großer und Kleiner Bartfledermaus im Detektor

5. Die Bechsteinfledermaus

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Die Bechsteinfledermaus bevorzugt Laubwälder, sie wird auch als Urwaldfledermaus bezeichnet, sie ist mittelgroß, hat eine Spannweite von ca. 29 cm, ein Gewicht von 7-10 Gramm. Die Bechsteinfledermaus ist nach dem Braunen Langohr die Fledermaus mit den längsten Ohren, sie hat ein relativ langes Fell und ist im Sommer in Spechthöhlen von z.B. alten Eichen zu finden. Die Bechsteinfledermaus ist „Langschläfer“, sie fliegt im April oder sogar erst Anfang Mai aus dem Winterquartier aus. Sie geht im Laub- und Mischwald auf Jagd, seltener im Nadelwald und ist ein sehr geschickter Flieger auf engstem Raum, sie beherrscht den Rüttelflug, der von Kolibris bekannt ist. Ihre Hauptruffrequenz liegt bei 45-50 kHz und ist sehr leise („Flüsterer“ unter den Fledermäusen). Bechsteinfledermäuse ernähren sich überwiegend von Insekten, die sie von Pflanzen absammeln.

Ruf einer Bechsteinfledermaus im Detektor

6. Das Braune Langohr

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© Marion von Oppeln

Das Braune Langohr ist eine mittelgroße Fledermaus, seine Spannweite beträgt bis 28,5 cm, es wiegt zwischen 6 und 9 Gramm und fängt seine Beute oft im langsamen Suchflug nahe der Vegetation anhand der Raschelgeräusche. Es ist eine Waldfledermaus, die bevorzugt in lockeren Nadel-, Misch-, Laub- und Auwäldern in Baumhöhlen und Spalten vorkommt. Es sammelt die Beute im Rüttelflug ab. Das Langohr hat sehr große, dünnhäutige Ohren, die im angelegten Zustand wie kleine Widderhörner aussehen. Im Sommer kommt das Braune Langohr im Laub- und Mischwald vor, es ist auch im Unterholz und in Parks unterwegs. Braune Langohren sind geschickte Flieger, die auf engem Raum gut manövrieren können. Sie überwintert oft in Höhlen, Stollen und Kellern. Seine Hauptruffrequenz liegt bei 35 und 50 kHz. Als Jagdgebiete dienen dem Braunen Langohr der Wald, insektenreiche Obstwiesen, Knicks und Hecken. Die Hauptnahrung sind Schmetterling und Mücken.

Ruf eines Braunen und eines Grauen Langohr im Detektor

folgt in Kürze

7. Das Große Mausohr

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© Marion von Oppeln

Das Große Mausohr ist die größte, heimische Fledermausart mit relativ großen Ohren. Sie ist in Schleswig-Holstein sehr selten. Große Mausohren lieben es warm, sie sind die klassischen Kirchenbewohner. Sie bilden oft sehr große Wochenstuben von vielen hundert Muttertieren. Die Spannweite des Großen Mausohrs beträgt bis zu 40 cm, ihr Gewicht liegt zwischen 20 und 27 Gramm. Auf die Jagd gehen Große Mausohren besonders gerne in Laubwäldern, wo sie große Laufkäfer, die über dem Waldboden krabbeln, jagen. Die Laufkäfer werden durch das bloße Rascheln im Laub erkannt und dann von den Großen Mausohren erjagt. Im Winter finden sich Große Mausohren v.a. in Höhlen, Bunkern oder Kellern, im Sommer meistens frei sichtbar auf ungestörten Dachböden von z.B. Häusern oder Kirchen. Ihre Hauptruffrequenz liegt bei 35 kHz.

Ruf eines Großen Mausohrs im Detektor

Fledermäuse brauchen Wohnraum

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Fledermauskastenbau (Foto Anne Ipsen)

Fledermäuse sind darauf angewiesen, dass wir da, wo alte Bäume oder Dachstühle als Quartier wegfallen, neue Quartiere schaffen. Dies können Fledermauskästen sein, die Ihr sich mit etwas GEschick auch selber bauen lassen.

Tipps für den fledermausfreundlichen Garten

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Noch ein paar Tipps für Fledermausfans

Fledermaus-Links

Hier finden Sie eine Reihe von interessanten Links rund um Fledermäuse, Fledermausschutz und interessante Einrichtungen aus der Region.

 

 

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